Residenzkünstler*innen 2022

Greta Magyar


Ihr Studium verbrachte Greta Magyar u.a. an der Akademie der bildenden Künste in Wien und an der Akademie der schönen Künste in Rom. Ihren Abschluss (Master of Fine Arts) absolvierte sie 2018 an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel. Seitdem ist sie auf diversen Ausstellungen im In – und Ausland vertreten und konnte bereits einige Residenzen u.a. in China, Polen und Österreich antreten. Greta Magyar arbeitet in den Bereichen Druckgrafik, Zeichnung, Collage und Malerei. Mit ihren Arbeiten offenbart sie die Prozesshaftigkeit von Vergangenheit, Fortschritt und Bewegung und verbildlicht eine eigene Zeitlichkeit. Sie stellt die Frage: „Was passiert, wenn wir den Bezug zu den inneren Vorgängen verlieren und uns den hochleistungsgetrimmten schnellen Prozessen der Industriewelt anpassen wollen?“ Gemeinsam soll diese neue Zeitlichkeit erfahrbar gemacht werden.

Rainer Maria Matysik


Reiner Maria Matysik arbeitet in vielfältiger Weise mit Konzepten für Organismen und zukünftige Lebewesen. Wesentliche Bestandteile von Matysiks künstlerischem Prozess sind die Herstellung von Prototyp-Modellen mit anschließender Konzeptualisierung und textlicher Interpretation. Zusammen bilden sie ein neues System von Landschaften und post-evolutionären Lebensformen. Durch den gezielten Einsatz von Objekt, Installation und Video entwickelt er ein dynamisches Szenario von zukünftigen Landschaften und Organismen. Auf diese Weise schafft er ein Spannungsfeld zwischen Versprechen und Scheitern in einer möglichen Zukunft. Sowohl die visuelle Umsetzung als auch ihre sprachliche Form sind dabei als wesentliche künstlerische Strategien zu erkennen, die er als seine eigene Schnittstelle zwischen den Welten der wissenschaftlichen Forschung und der pseudowissenschaftlichen Fiktion nutzt.

Patrycja Masłowska

Ich arbeite an der Schnittstelle von Performance, spekulativem Geschichtenerzählen und Somatik. Während des Aufenthalts werde ich in die Forschung eintauchen, inspiriert von dem exzentrischen Konzept des Worlding und der zarten Koexistenz, das von der polnischen Schriftstellerin und Aktivistin Olga Tokarczuk vorgeschlagen wurde. Mit dem Ziel, das Konzept und die Theorie in die Praxis einzubringen, möchte ich eine partizipatorische und interaktive Plattform für Neugier und Experimente mit der Umgestaltung und dem Weben neuer Formen von Verbindungen schaffen.

 

Jolanta & Alexandra

Unser Projekt befindet sich an der Grenze zwischen Kunst und Aktivismus. Wir arbeiten daran, Verbindungen zu knüpfen und mit Verbündeten in Kontakt zu bleiben, um bereits existierende Netzwerke der Betreuung zu unterstützen. Während unseres Aufenthalts planen wir, unsere Recherchen zu vertiefen, Interviews zu führen und Performances zu veranstalten.

Oscar Lebeck

Oscar Lebeck studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und an der Glasgow School of Art. Für das Zukunftsvisionen Festival beschäftigt er sich mit den baulichen Relikten von NS-Lagerstandorten in der deutsch-polnischen Grenzregion. Die geplante Projektion verfolgt die Idee, die verbliebenen Strukturen des Lagers Groß-Rosen zu betonen und sie wahrnehmbar zu machen. Diesem Vorhaben nähert er sich auf zwei Wegen – fotografisch und textuell. Lebeck lebt und arbeitet in Leipzig.

Maria Oblicka

 

Maria Oblicka ist eine interdisziplinäre Künstlerin. Sie hat einen MA in Bildhauerei und Raumkunst und einen BA in Industriedesign an der Akademie der Schönen Künste in Warschau erworben. Sie arbeitet hauptsächlich mit Installationen, die aus Elementen wie Video, Sound oder Skulptur bestehen. Sie lebt und arbeitet zwischen Spanien und Polen. Während ihres Aufenthalts bei den Zukunftsvisionen 2022 plant sie, an einer fortlaufenden Recherche zu arbeiten, die sich um Unterwasser-Soundaufnahmen dreht. Ihr Ziel ist es, eine klangliche Brücke zwischen den Arten zu schaffen und Themen wie „Klangdemokratie“ und Empathie einzuführen, während sie über die Natur des „eine Stimme haben“ und die Fähigkeit zu hören reflektiert.

Julia Huber

 

Ich arbeite mit Pflanzenwachstum bzw. stelle ein natürlich gewachsenes Material her. Ich möchte einen Ort schaffen, wo man regionale Naturmaterialien aus der Nähe erleben und ästhetisch erfahren kann. Im Kontakt entsteht die Wertschätzung für das Vorhandene, das sonst kaum beachtet wird.

Karen Modrei

 

Ich bin eine Künstlerin, die mit dem Medium Textil, seinen Prozessen und Werkzeugen arbeitet. Textil ist mehr als jedes andere Material mit Begriffen von „Kontakt“ und „Berührung“ verbunden; nicht nur für den einzelnen Menschen, welchen es ein Leben lang begleitet – sondern auch in Form von kollektiven Praktiken und kulturellem Erbe. Ich glaube, dass die textile Sprache eine bedeutende und weiche Stimme in eine zunehmend verhärtende Welt bringen kann. Während meiner Zeit bei den Zukunftsvisionen 2022 freue ich mich darauf, mögliche Kontaktaufnahme über Sprach- und Identitätsgrenzen hinweg zu erproben und zu materialisieren.